Autor: MARTIN BUBER

Wer fragt: „Was hat man zu tun?“ – für den gibt es keine Antwort. Man hat nichts zu tun. Man kann sich nicht helfen, mit Man ist nichts mehr anzufangen. Mit Man geht es zu Ende. Wer aber die Frage stellt: „Was habe ich zu tun?“, den nehmen Gefährten bei der Hand, die er nicht kannte und die ihm alsbald vertraut werden, und die antworten: Du sollst dich nicht vorenthalten.

Wer fragt: „Was hat man zu tun?“ – für den gibt es keine Antwort. Man hat nichts zu tun. Man kann sich nicht helfen, mit Man ist nichts mehr anzufangen. Mit Man geht es...

 

Anzeige

 

Gott ist das beladenste aller Menschenworte. Keines ist so besudelt, so zerfetzt worden. Die Geschlechter der Menschen haben die Last ihres geängstigten Lebens auf dieses Wort gewälzt und es zu Boden gedrückt; es liegt im Staub und trägt ihrer aller Last.

Gott ist das beladenste aller Menschenworte. Keines ist so besudelt, so zerfetzt worden. Die Geschlechter der Menschen haben die Last ihres geängstigten Lebens auf dieses Wort gewälzt und es zu Boden gedrückt; es liegt...

Ein Volk, das keine Heimat hat, muß durch ein lebendiges Band von gemeinsamem, bedeutungsvollem Erleben die heimatliche Einheit ersetzt sehen, wenn es ein Volk bleiben soll. Rein geistige Güter sind kein solches Band: man sieht sie nicht, hat kein Bild von ihnen, hält sie nicht. Organische Einheit kommt nur von sichtbaren, greifbaren Dingen, die in das ursprüngliche Sinnenleben des Volkes sich stark hineinweben.

Ein Volk, das keine Heimat hat, muß durch ein lebendiges Band von gemeinsamem, bedeutungsvollem Erleben die heimatliche Einheit ersetzt sehen, wenn es ein Volk bleiben soll. Rein geistige Güter sind kein solches Band: man...

Der Individualismus sieht den Menschen nur in der Bezogenheit auf sich selbst; aber der Kollektivismus sieht den Menschen überhaupt nicht, er sieht nur die „Gesellschaft“. Dort ist das Antlitz des Menschen verzerrt, hier ist es verdeckt.

Der Individualismus sieht den Menschen nur in der Bezogenheit auf sich selbst; aber der Kollektivismus sieht den Menschen überhaupt nicht, er sieht nur die „Gesellschaft“. Dort ist das Antlitz des Menschen verzerrt, hier ist...

 

Anzeige

 

Das Gesetz ist nicht der Zweck des Lebens; der Zweck des Lebens ist die Liebe. Das Ziel der Menschen ist, selbst ein Gesetz zu sein. Die Schöpfung dauert heute fort; der Mensch nimmt an der Schöpfung teil. Es gibt keine Sünde, die uns von Gott trennen könnte. Alles Körperliche, das reines Herzens geschieht, ist Gottesdienst. Askese ist Verwirrung. Alle Lebensfreude ist die Offenbarung der göttlichen Liebe.

Das Gesetz ist nicht der Zweck des Lebens; der Zweck des Lebens ist die Liebe. Das Ziel der Menschen ist, selbst ein Gesetz zu sein. Die Schöpfung dauert heute fort; der Mensch nimmt an...